Gefragte Helfer
Christian Hunziker, Geschäftsführer Swiss ICT
Die ICT-Branche steht seit Jahren ganz oben auf der Liste unseres Fachkräfteindex, d. h., die Fachkräftesituation ist bei Ihnen besonders angespannt. Jetzt haben wir eine veritable Wirtschaftskrise. Hat sich die Fachkräftesituation Ihrer Mitgliedsfirmen jetzt entspannt?
Nein, das Fachkräfteproblem ist noch immer da.
Wie haben Ihre Mitgliedsfirmen die Coronaphase erlebt?
Firmen, die anderen Firmen auf dem Weg zur Digitalisierung helfen, sind total überlastet. Viele grosse IT-Projekte wurden hingegen vorübergehend gestoppt, man hatte keine Zeit für strategi- sche Projekte.
Auch in der ICT-Branche ist die Arbeitslosigkeit gestiegen.
Hier gilt es, zu differenzieren zwischen ICT-Anbieter- und -Anwenderfirmen. Während Anbieter händeringend nach Fachkräften suchen, bauen Anwenderfirmen aus anderen Branchen, nebst anderen Jobprofilen, auch Informatiker ab – oder stellen zurzeit weniger neue ein. Das ist – so vermute ich – eine der Hauptursachen der höheren Arbeitslosigkeit von Informatikern. Ich bin überzeugt, dass da eine richtig grosse Welle an Arbeit auf uns zukommt. Die grossen strategischen Projekte nehmen wieder Fahrt auf, und viele Firmen wollen vermehrt digitalisieren, z. B. ihren Webshop richtig aufbauen.
Was wird sich nach der Corona-Zeit ändern?
Digitalisierung ist ein wichtiger Schritt, der Firmen hilft, künftig nicht mehr so verwundbar zu sein. Wir werden daher noch mehr ICT-Fachleute brauchen!
Was unternimmt da Ihr Verband?
Mit verschiedenen Programmen, wie der 3L-Informatik AG, geben wir Anreize für lebenslanges Lernen und leisten damit u. a. einen Beitrag für den Quereinstieg in die Informatik. Mit dem swissICT Booster 50+ fördern wir zudem Informatikerinnen und Informatiker über 50.



